Nachweis von Doppelbindungen
von Anonym_18
Ziel des Versuchs In diesem Versuch werden die Doppelbindungen eines Alkens mittels Bromwasser nachgewiesen.
Vorbemerkung
Materialien
Chemikalien
Gefahrstoffe
| Gefahrstoff | H-Sätze | P-Sätze | GHS-Piktogramme |
|---|---|---|---|
| Brom | H330, H314, H400 | – |
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| Cyclohexan | H225, H304, H315, H336, H410 | – |
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| Cyclohexen | H225, H302, H304, H411 | P210, P243, P280, P273, P301+P330+P331, P309+P310 |
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Durchführung
Aufgrund der Verwendung von Bromwasser unterm Abzug arbeiten!
In 4 Reagenzgläsern werden jeweils 2-3 mL Tomatensaft, Cyclohexan, Cyclohexen und Speiseöl gegeben. Anschließend wird jeweils etwas Bromwasser hinzu getropft.
Beobachtung
Abbildungen
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Abb. 1: (v.l.n.r.) Tomatensaft, Cyclohexen, Cyclohexan, jeweils mit Bromwasser versetzt. -
Abb. 2: Speiseöl mit Bromwasser versetzt. -
Abb. 3: Reaktionsmechanismus zur Addition von Brom an die Doppelbindung in Cyclohexen. -
Abb. 4: Hier erfolgt keine Additionsreaktion.
Deutung
Zur Vereinfachung wird der Reaktionsmechanismus der elektrophilen Addition anhand vom Brom-Molekül und nicht vom Bromwasser dargestellt. Das Brom-Molekül kann sich über eine elektrophile Addition an die Doppelbindung des Cyclohexens anlagern. Durch die Reaktion entfärbt sich die Lösung, da die Brommoleküle für das Bromwasser farbgebend sind.
Cyclohexan reagiert nicht über diesen Mechanismus, da es keine Doppelbindungen besitzt und die bräunliche Farbe des Bromwassers bleibt erhalten.
Auf diesem Wege können somit Doppelbindungen in einer Verbindung nachgewiesen werden. Dadurch, dass sich Tomatensaft und Speiseöl ebenfalls entfärben, kann darauf geschlossen werden, dass Kohlenwasserstoffe mit Doppelbindungen in den Flüssigkeiten vorhanden sind.
Bei einer elektrophilen Addition tritt die Doppelbindung des Alkens in Wechselwirkung mit dem Brom-Molekül, wodurch das Brom-Molekül polarisiert wird. Es entsteht ein induzierter, temporärer Dipol. Diese Polarisierung geschieht aufgrund der hohen Elektronendichte der Doppelbindung, da sich die Elektronenräume der π-Bindung und des Brommoleküls überlappen. Das Brom-Molekül wird heterolytisch gespalten. Ein Bromatom übernimmt die Bindungselektronen und wird zum Bromidion. Das so entstandene Bromkation ist sehr reaktiv und greift elektrophil die Doppelbindung an. Als Zwischenstufe bildet sich das cyclische Bromoniumion, welches auch oft σ-Komplex genannt wird. Im Folgeschritt erfolgt der nucleophile Angriff des abgespaltenen Bromanions von der dem Komplex abgewandten Seite, da durch die Bromoniumbrücke der Angriff auf der einen Seite sterisch gehindert ist. Je nachdem, an welches beteiligte Kohlenstoffatom sich das Bromidionn beim Angriff orientiert, lockert sich die π-Br+-Bindung und wird entsprechend zum Ladungsausgleich umgelagert (Mechanismus siehe Abb. 3). Es entsteht ein trans-Additionsprodukt.