Iod-Stärke-Gleichgewicht
von Carolin Schilling
Ziel des Versuchs Versuch zur Temperaturabhängigkeit des chemischen Gleichgewichts
Vorbemerkung
Materialien
Chemikalien
Gefahrstoffe
| Gefahrstoff | H-Sätze | P-Sätze | GHS-Piktogramme |
|---|---|---|---|
| Iodkaliumiodidlösung | – | – | – |
| Stärke löslich | – | – | – |
Durchführung
Beobachtung
Abbildungen
-
Abb. 1: Probe vor (links) und nach dem Erhitzen (rechts)
Deutung
Die beobachtete Reaktion ist reversibel (von blau über farblos zurück zu blau). Diese Umkehrbarkeit lässt sich nur dann erklären, wenn man davon ausgeht, dass zwischen Edukten und Produkten ein dynamisches chemisches Gleichgewicht besteht. Es finden folgende Reaktionen statt:
Im ersten Schritt erfolgt die Bildung von Triiodid bzw. Polyiodidionen:
I-(aq) + I2 (s) ⇌ I3-(aq)
I3-(aq) + I2 (s) ⇌ I5-(aq)
Diese Polyiodidketten lagern sich reversibel in das Stärkepolymer ein, wodurch eine blaue Färbung entsteht.
Polyiodid(aq) + Stärke (aq) ⇌ Polyiodid-Stärke-Komplex(aq)
Die Ketten können gut in die Stärke-Helix eingebaut werden und interagieren mit den Hydroxygruppen der Zuckermoleküle. In den Polyiodidketten ist die negative Ladung des Iodids über die gesamte Kette delokalisiert und die Elektronensysteme lassen sich leicht durch sichtbares Licht anregen, absorbieren also einen Teil des Lichtes. Daher erscheint der Komplex unserem Auge intensiv blau gefärbt.
Befindet sich das System im Gleichgewicht, so werden in der Hinreaktion genauso viele Iod-Stärke-Komplexe gebildet, wie durch die Rückreaktion zerfallen. Die Reaktion hin zum Iod-Stärke-Komplex verläuft exotherm unter Wärmeabgabe. Nach dem Prinzip von Le Chatelier weicht das chemische Gleichgewicht bei einer Erwärmung dem ausgeübten Zwang aus. Eine Erwärmung begünstigt also die endotherme Teilreaktion und das Gleichgewicht verschiebt sich in Richtung der Ausgangsstoffe, die Lösung entfärbt sich. Beim Abkühlen wird die exotherme Teilreaktion wieder begünstigt und die Bildung des Iod-Stärke-Komplexes wird gefördert.
Entsorgung
Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse
Der Versuch kann in der Qualifikationsphase in das Thema Kohlenhydrate bzw. Kohlenwasserstoffe eingebaut werden. Die Reaktion kann in diesem Kontext als Nachweis von Stärke in Lebensmitteln genutzt werden. Dazu können bekannte Nahrungsmittel wie Kartoffeln oder Nudeln auf ihren Stärkegehalt untersucht werden.
Wichtig: Die Stärkelösung muss vor der Verwendung aufgekocht werden.