Opfer in der Chemie
von Christian Köhler
Ziel des Versuchs Dieser Versuch beschäftigt sich mit der Funktionsweise von Opferanoden als aktive Korrosionsschutzmaßnahme.
Vorbemerkung
Materialien
Chemikalien
Gefahrstoffe
| Gefahrstoff | H-Sätze | P-Sätze | GHS-Piktogramme |
|---|---|---|---|
| Kupfer | – | – | – |
| Magnesiumhydroxid | – | – | – |
| Natriumchlorid | – | – | – |
| Kaliumhexacyanoferrat(III) | – | – | – |
| Magnesium | H260, H250 | – |
|
Durchführung
Beobachtung
Abbildungen
-
Abb. 1: Petrischalen mit den beschriebenen Eisennägeln und der Lösung aus Kochsalz und Kaliumhexacyanoferrat(III). Oben links: Unbehandelter Nagel. Oben rechts: Nagel mit Magnesiumband. Unten: Eisen mit Kupferdraht.
Deutung
Der unbehandelte Nagel reagiert in einer Sauerstoffkorrosionsreaktion, welche durch das NaCl in der Lösung katalysiert wird, mit Wasser und Luftsauerstoff. Eine dabei entstehende Eisenverbindung wird dabei durch die Blaufärbung des roten Blutlaugensalzes nachgewiesen.
Magnesium ist ein unedleres Metall als Eisen und reagiert als solches bevorzugt mit Luftsauerstoff und Wasser. Es wird daher an Stelle des Eisens korrodiert und funktioniert als sogenannte Opferanode.
Kupfer ist ein edleres Metall als Eisen und ist als solches stärker bestrebt, in elementarer Form erhalten zu bleiben und nicht weiter zu reagieren. Eisen fungiert in diesem Fall als Opferanode für das Kupfer im Kupferdraht: Es wird anstelle des Kupfers korrodiert, was den auch ohne Kupfer ablaufenden Sauerstoffkorrosionsprozess noch zusätzlich verstärkt.
Fachliche Ausw.: Bei der nachgewiesenen „Eisenverbindung“ handelt es sich um Eisen(II)-Ionen, die mit dem Kaliumhexacyanoferrat(III) lösliches Berliner Blau bilden:
Fe3+(aq) + K3[Fe(CN)6](aq) → 2 K+(aq) + K[FeIIFeIII(CN)6](aq)
Bei der Reaktion von Magnesium als Opferanode entsteht Wasserstoffgas und eine Schicht Magnesiumhydroxid auf dem Magnesiumband:
Mg(s) + 2 H2O(l) → Mg(OH)2(s) + H2(g)
Entsorgung
Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse
Literatur
C. E. Mortimer, U. Müller: Chemie, Auflage 10., S. 357 ff., S. 378, Thieme Verlag, 2010.
M. Tausch, M. v. Wachendonk, Chemie SII: Stoff-Formel-Umwelt, S. 215-217, 1993.