Eine spontan endotherme Reaktion
von Anonym_16
Ziel des Versuchs In diesem Versuch wird gezeigt, dass das Vermengen von 2 Salzen eine Temperaturerniedrigung bewirken kann.
Vorbemerkung
Soll der Versuch rein qualitativ durchgeführt werden, kann je eine Spatelspitze der beiden Salze verwendet werden.
Materialien
Becherglas, Rührstab, Thermometer, Waage, Spatel (wahlweise isoliertes Reaktionsgefäß)
Chemikalien
Zinksulfat, Kaliumchlorid
Gefahrstoffe
| Gefahrstoff | H-Sätze | P-Sätze | GHS-Piktogramme |
|---|---|---|---|
| Zinksulfat-1-H2O | H302, H318, H410 | – |
|
| Kaliumchlorid | – | – | – |
Durchführung
In ein Becherglas werden 8,6 g Zinksulfat und 4,4 g Kaliumchlorid eingewogen. Die Salze sollten leicht zerdrückt werden, falls sie klumpig vorliegen. Eine Minute und eine halbe Minute ehe das Gemisch mit dem Rührstab gemischt wird, wird die Temperatur notiert. Sobald zu Rühren begonnen wird, soll die Temperatur alle 30 s gemessen werden. Anschließend wird eine Temperatur-Zeit-Kurve angefertigt.
Beobachtung
Die beiden Salze werden durch das Rühren zunehmend breiartig. Die gemessene Temperatur sinkt erst relativ schnell und steigt dann langsam wieder an.
Deutung
Zum Auflösen der Molekülstruktur (Kristallgitter) wird Energie benötigt. Diese wird der Umgebung in Form von Wärmeenergie entzogen.
Entsorgung
Das Produkt wird im Behältnis für schwermetallhaltige Abfälle entsorgt.
Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse
Wird dieser Versuch in Klasse 9/10 durchgeführt, muss die Deutung weitere Aspekte enthalten. Die Ionen der Salze lösen sich teilweise im freiwerdenden Kristallwasser, wobei Hydratationsenergie, in Form von Wärmeenergie, frei wird. Die für den Lösungsvorgang der Kristallgitter benötigte Energie wird als Gitterenergie bezeichnet. Sie ist wesentlich größer, als die Hydratationsenergie, wodurch die Gesamtreaktion endotherm ist.
Literatur
H. Schmidkunz, Chemische Freihandversuche, Kleine Versuche mit großer Wirkung, Aulis Verlag, 2011, S. 110.