Indirekter Nachweis von Titandioxid
von Isabel Großhennig
Ziel des Versuchs Mit Hilfe dieses Versuchs werden, die zuvor aus der Sonnencreme gewonnenen Titandioxid-Nanopartikel indirekt nachgewiesen.
Vorbemerkung
Materialien
Chemikalien
Gefahrstoffe
| Gefahrstoff | H-Sätze | P-Sätze | GHS-Piktogramme |
|---|---|---|---|
| Titan(IV)-oxid | – | – | – |
| Kaliumhydrogensulfat | H314, H335 | – |
|
| Schwefelsäure 10% | H319, H315 | P280, P302+P352, P305+P351+P338 |
|
| Wasserstoffperoxid 30% | H302, H318 | P280, P305+P351+P338 |
|
Durchführung
Bei diesem Versuch muss im Abzug gearbeitet werden, da SO3-Dämpfe aufsteigen!
Eine Spatelspitze des weißen Pulvers aus dem Kalzinierungsprozess von Sonnencreme wird mit fünf Spatelspitzen Kaliumhydrogensulfat in einem Porzellantiegel gemischt und erhitzt, bis eine klare Schmelze entsteht und weißer SO3-Rauch aufsteigt. Nach dem Erkalten der Schmelze wird etwa dieselbe Menge an verdünnter Schwefelsäure hinzugegeben und kurz aufgekocht. Anschließend werden wenige Tropfen Wasserstoffperoxid-Lösung hinzugegeben.
Beobachtung
Abbildungen
-
Abb. 1: links - Blindprobe, rechts - indirekter Nachweis von Titandioxid nach Zugabe von Wasserstoffperoxid-Lösung
Deutung
Mit Hilfe von Kaliumhydrogensulfat wird Titandioxid in eine wasserlösliche Verbindung überführt:
TiO2 (s) + 2 KHSO4 (s) → TiO(SO)4 (aq) + K2SO4 (aq) + H2O(l)
Bei der Zugabe der Wasserstoffperoxid-Lösung entsteht ein gelb-oranger Titanperoxokomplex, wodurch Titan(II)-Ionen nachgewiesen werden können:
TiO(SO)4 (aq) + H2O2 (aq) → [Ti(O2)]2+(aq) + SO42-(aq) + H2O(l)
Entsorgung
Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse
Literatur
[1] vgl. T. Wilke, T. Waitz, Nanomaterialien im Alltag – Experimente mit TiO2 Musterlösung, 2013, S. 1 & 2.
[2] vgl. J. Dege, T. Waitz, T. Wilke, Praxis der Naturwissenschaften Chemie in der Schule – Nanotechnologie, Von der Sonnencreme zu Solarzelle, 2015, S. 32-36.