Die Entropie als treibende Kraft bei chemischen Reaktionen
von Niklas Heier
Ziel des Versuchs Bei diesem Versuch soll gezeigt werden, dass der freiwillige Ablauf einer chemischen Reaktion nicht nur von der Enthalpie abhängt, sondern auch von der Entropie. Mit Hilfe der Gibbs-Helmholtz-Gleichung soll die Reaktion von Bariumhydroxid mit Ammoniumthiocyanat gedeutet werden.
Vorbemerkung
Materialien
Chemikalien
Gefahrstoffe
| Gefahrstoff | H-Sätze | P-Sätze | GHS-Piktogramme |
|---|---|---|---|
| Ammoniumthiocyanat | H332, H312, H302, H412, EUH032 | – |
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| Bariumhydroxid-8-H2O | H302+H332, H314 | P280, P301+P330+P331, P304+P340, P309+P310 |
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Durchführung
Beobachtung
Deutung
Bei dem Zusammengeben findet folgende endotherme Reaktion statt:
Ba(OH)2 · 8 H2O(s) + 2 NH4SCN(s) → Ba2+(aq) + 2 SCN-(aq) + 2 NH3 (aq) + 10 H2O(l)
Bei endothermen Reaktionen ist Δ H > 0. Betrachtet man nun die Gibbs-Helmholtz-Gleichung:
ΔG = ΔH - T · ΔS
Die freie Enthalpie hängt von der Enthalpie und der Entropie ab, also der Unordnung des Systems. Reaktionen laufen freiwillig ab, wenn ΔG < 0. Diese Reaktionen nennt man exergon. Ist die Enthalpieänderung positiv, muss -T · ΔS groß genug sein, damit ΔG < 0 ist. Da die oben genannte Reaktion freiwillig abläuft, muss das Produkt aus Temperatur und Entropieänderung größer sein als die Enthalpieänderung. Aus diesem Zusammenhang kann darauf geschlossen werden, dass die Entropie ebenfalls einen Einfluss auf den freiwilligen Ablauf chemischer Reaktionen hat. Bei dieser Reaktion kann die Vergrößerung der Entropie damit erklärt werden, dass aus drei großen Teilchen 14 kleinere Teilchen entstehen, welche gelöst oder flüssig vorliegen. Durch die Zerteilung und die schnellere Bewegung der Teilchen entsteht mehr Unordnung im System. Das Bestreben eines Systems, eine höhere Entropie aufzuweisen, treibt diese Reaktion an.