Aminoplastschaum
von Rainer Mucha
Ziel des Versuchs Hier soll mit einfachen Mitteln ein umweltfreundlicher Isolierschaum hergestellt werden. Somit eignet der Versuch sich auch als Ersatz für die Darstellung anderer Plastikschaumstoffe.
Vorbemerkung
Hier soll den SuS gezeigt werden, wie mit einfachen Mitteln ein guter Isolierschaum hergestellt werden kann. Als Vorwissen ist es von Vorteil, die Polykondensation zu kennen, jedoch kann der Begriff „Polyamid“ hierüber entwickelt werden.
Materialien
Reagenzglas, Stopfen, Reagenzglasgestell, Reagenzglashalter, Spatel, Brenner, Glasstab, Tropfpipette
Chemikalien
Harnstoff, Formaldehydlösung (35-40%ig), Feinwaschmittel, konz. HCl
Gefahrstoffe
| Gefahrstoff | H-Sätze | P-Sätze | GHS-Piktogramme |
|---|---|---|---|
| Harnstoff | – | – | – |
| Formaldehydlösung stabilis. mit ca. 10% Methanol | H350, H341, H301, H311, H331, H314, H317 | P260, P280, P301+P310, P305+P351+P338, P310 |
|
| Salzsäure konz. | H314, H335 | – |
|
Durchführung
In ein Reagenzglas werden ca. 3 cm hoch Harnstoff und eine Spatelspitze Feinwaschmittel gegeben. Dazu wird eine Formaldehydlösung gegeben, bis der Feststoff bedeckt ist. Nun wird so lange erwärmt, bis sich der Feststoff löst. Daraufhin wird das Glas mit einem Stopfen verschlossen und in Längsrichtung geschüttelt, bis eine hohe Schaumschicht entsteht. Darauf werden fünf Tropfen HCl gegeben, es wird kurz geschüttelt und das Reagenzglas abgestellt.
Beobachtung
Nach dem Lösen ist eine leichte Schaumbildung zu erkennen. Nach Hinzugabe von Salzsäure nimmt diese zu und der Schaum härtet aus.
Abbildungen
-
Abb. 1: Sruktur eines Polyamids -
Abb. 2: Reaktionsmechanismus der Polykondensation -
Abb. 3: der entstandene ausgehärtete Schaum
Deutung
Durch die Verbindung von Formaldehyd und Harnstoff werden Polyamide unter Kondensation gebildet.
Somit liegt hier eine Polykondensation vor. Die Zugabe des Waschmittels dient nur zum Aufschäumen der Lösung, damit die Bildung des Polymers deutlicher beobachtet werden kann.Erst nach Zugabe der Salzsäure findet die eigentliche Polykondensation statt und der Kunststoff härtet aus.
Entsorgung
Der Kunststoff wird im Werkstoffmüll entsorgt.
Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse
Literatur
H. Stapf, Chemische Schulversuche – Teil 3 Organische Chemie, 1971, Volk und Wissen Verlag S. 320.