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Ziel des Versuchs In diesem Versuch wird die Reaktionsgeschwindigkeit in Abhängigkeit der Konzentration des Reduktionsmittels untersucht.

Materialien

Bechergläser, Magnetrührer mit Heizplatte und Rührfisch, Spatel

Chemikalien

Demin. Wasser, Ethanol, Kaliumiodat, konz. Schwefelsäure, Natriumsulfit, Salicylsäure, Stärkelösung

Gefahrstoffe

Gefahrstoff H-Sätze P-Sätze GHS-Piktogramme
Wasser
Ethanol H225, H319 P210, P240, P305+P351+P338, P403+P233 GHS02 GHS07
Kaliumiodat H272, H315, H319, H335 P220, P261, P305+P351+P338 GHS03 GHS07
Schwefelsäure konz. H314 GHS05
Natriumsulfit wasserfrei
Stärke löslich

Durchführung

Es werden drei Lösungen benötigt, die jeweils wie folgt hergestellt werden:

  • Lösung 1: 2,1 g Kaliumiodat in 500 mL demin. Wasser
  • Lösung 2: 0,29 g Natriumsulfit + 0,25 g Salicylsäure + 2,5 mL Ethanol + 1 g konz. Schwefelsäure; alles in 500 mL Wasser lösen
  • Lösung 3: 1 g Stärke in 50 mL Wasser lösen. Damit sich die Stärke vollständig löst, sollte die Lösung auf einer Heizplatte mit Rührfisch erhitzt werden.

Dann werden in vier Bechergläser jeweils 50 mL der Lösung 2 und 1 mL der Lösung 3 vorgelegt. In weiteren vier Bechergläsern wird die Lösung 1 mit demineralisiertem Wasser unterschiedlich stark verdünnt (siehe Tabelle 1). Dann werden die verdünnten Lösungen von Lösung 1 und die Bechergläser mit den vorgelegten Lösungen 2 und 3 gegeben und die Zeit bis zum Farbumschlag gestoppt.

Beobachtung

Tabelle 1: Verdünnung von Lösung 1 und Messergebnisse der Reaktionszeit.

Becherglas Lösung 1 in [mL] demin. Wasser in [mL] Reaktionszeit in [sec]
1 6,25 40,75 70,5
2 12,5 37,5 31,0
3 25 25 13,6
4 50 - 6,3

Der Farbumschlag erfolgt von farblos zu orange-braun.

Abbildungen

  • Abb. 1: Die zusammengegebenen Lösungen vor (links) und nach (rechts) dem Farbumschlag.

Deutung

Es laufen folgende Reaktionen ab:

Das Iodat-Ion reagiert in saurer Lösung mit den Hydrogensulfit-Ionen, die als schwaches Reduktionsmittel fungieren

Oxidation: HSO3-(aq) + H2O(l) → HSO4-(aq) + 2 H+(aq) + 2 e- | x3

Reduktion: IO3-(aq) + 6 H+(aq) + 6 e- → I-(aq) + 3 H2O(l)

Redoxreaktion: IO3-(aq) + 6 H+(aq) + 3 HSO3-(aq) → 3 HSO4-(aq) + 6 H+(aq) + I-(aq)

Wenn das Reduktionsmittel verbraucht wurde, dann reagieren die überschüssigen Iodat-Ionen mit den Iodid-Ionen schlagartig (Farbumschlag) zu elementarem Iod. Es handelt sich um eine Synproportionierungsreaktion.

Oxidation: 2 I-(aq) → I2(aq) + 2e- | x3

Reduktion: IO3-(aq)+ 6 H+(aq) + 6 e- → I-(aq) + 3 H2O(l)

Redoxreaktion: 6 I-(aq) + IO3-(aq) 6 H+(aq) → 3 I2(aq) + 3 H2O(l) + I-(aq)

Das bedeutet, die Reaktionsgeschwindigkeit zeigt eine Konzentrationsabhängigkeit, die von der Konzentration des Reduktionsmittels abhängig ist. Durch die unterschiedlichen Konzentrationen der Lösungen unterscheiden sich die Farbumschläge zeitlich.

Entsorgung

Die Lösungen werden mit Natriumthiosulfat versetzt und in den Behälter für organische Stoffe gegeben.

Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse

Der Farbumschlag sollte eigentlich von farblos zu dunkel violett erfolgen, da sich ein Iod- Stärke-Komplex ausbildet. Dies hat beim Durchlauf nicht funktioniert. Es könnte daran gelegen haben, dass die Stärke-Lösung nicht frisch genug war.

Literatur

D. Wiechoczek, http://www.chemieunterricht.de/dc2/rk/v-landol.htm, 07.12.2004 (letzter Aufruf am 14.08.2015 um 8.05 Uhr).
D. Wiechoczek, http://www.chemieunterricht.de/dc2/rk/landolt.htm, 04.09.2006 (letzter Aufruf am 14.08.2015 um 7.36 Uhr).