Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von der Konzentration
von Constanze Koch
Ziel des Versuchs In diesem Versuch reagieren verschiedene Konzentrationen von Salzsäure mit Magnesiumpulver. Dabei wird die Reaktionsgeschwindigkeit gemessen und die Reaktionsordnung bestimmt.
Vorbemerkung
Materialien
Chemikalien
Gefahrstoffe
| Gefahrstoff | H-Sätze | P-Sätze | GHS-Piktogramme |
|---|---|---|---|
| Magnesium | H260, H250 | – |
|
| Salzsäure 1 M | H290, H315, H319, H335 | P261, P305+P351+P338 |
|
| Wasserstoff | H220 | – |
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Durchführung
Beobachtung
Bei unterschiedlichen Salzsäurekonzentrationen werden unterschiedliche Zeiten bis zum Erreichen des Kolbens zu 10 mL Gasentwicklung gemessen. Es werden folgende Messergebnisse erhalten:
Tabelle 1: Messergebnisse zur Messung der Reaktionszeit bei verschiedenen Salzsäurekonzentrationen.
| V(Salzsäure) [mL] | c(Salzsäure) [mol/L] | Zeit t [sec] bis V(Gas)=10 mL |
|---|---|---|
| 3 | 0,1 | 4,3 |
| 3 | 2 | 1,2 |
| 3 | 3 | 0,49 |
Abbildungen
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Abb. 1: Versuchsaufbau zur Messung der Reaktionsgeschwindigkeit bei unterschiedlichen Salzsäurekonzentrationen.
Deutung
Nach Zugabe der Salzsäure auf das Magnesiumpulver läuft folgende Reaktion ab:
2 H+(aq) + Cl-(aq) + Mg(s) → H2(g) + Mg2+(aq) + Cl-(aq)
Da nun letztendlich die Reaktionsgeschwindigkeit der Reaktion berechnet werden soll, muss zunächst die Stoffmenge des entstehenden Wasserstoffs berechnet werden. Dazu wird das ideale Gasgesetz verwendet, bei dem vom Standarddruck (1 bar = 1·105kg/(m·s2)) und einer Temperatur von 25°C (298 K) ausgegangen wird:
n(H2) = (pV)/(nRT) = (1·105 kg/(m·s2)·1·10-3 m3)/(8,314 (kg·m2mol)/(s2K)·298 K) = 4 · 10-4 mol
Anschließend kann über die Formel die Konzentration der Protonen (H+-Ionen) errechnet werden. Dabei wird die Stoffmenge des entstehenden Wasserstoffs mal zwei gerechnet, da doppelt so viele H+-Ionen benötigt werden, um ein Wasserstoffmolekül zu synthetisieren:
c(H+) = 2 · n(H2)/V(HCl) = 2 · 4 · 10-4 mol / 0,003 L = 0,0267 mol/L Nun kann über den Zusammenhang vr = Δc/Δt die Reaktionszeit vr für alle drei Salzsäurekonzentrationen berechnet werden:vr1 = c(H+)/Δt = 0,267 mol/L / 4,3 s = 0,062 mol/(sL)
vr2 = c(H+)/Δt = 0,267 mol/L / 1,2 s = 0,223 mol/(sL)
vr3 = c(H+)/Δt = 0,267 mol/L / 0,49 s = 0,545 mol/(sL)
Daraus lässt sich aus der Auftragung, Konzentration gegen Reaktionsgeschwindigkeit, der Geschwindigkeitskoeffizient k aus dem Geschwindigkeitsgesetz der Reaktion errechnen. Der Geschwindigkeitskoeffizient ist die Steigung der Geraden:
Diagramm einfügen
Der Reaktionsgeschwindigkeitskoeffizient k = 0,2555.
Im letzten Schritt kann zusätzlich noch die Reaktionsordnung der Reaktion bestimmt werden. Zunächst wird die Vermutung aufgestellt, dass es sich bei der Reaktion von Salzsäure mit Magnesium um eine Reaktion erster Ordnung handelt. Dies wird mit der Auftragung Zeit gegen den natürlichen Logarithmus der Konzentration geteilt durch die Anfangskonzentration ) mit folgenden Wertepaaren:
Tabelle 2:Wertepaare für die Auftragung zur Bestimmung der Reaktionsordnung.
| ln([A]/[A0]) | Zeit t [sec] |
|---|---|
| ln(0,267/0,1) | 4,3 |
| ln(0,267/1) | 1,2 |
| ln(0,267/2) | 0,49 |
Da bei dieser Auftragung eine Gerade herauskommt, kann die Reaktion experimentell als Reaktion 1. Ordnung ermittelt werden. Daher lautet das Geschwindigkeitsgesetz für die Reaktion: v(H2) = k · c(H+/sup>) = 0,2555 · c(H+/sup>) .