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Ziel des Versuchs Im Versuch wird Essigsäureethylester mit Hilfe von Natronlauge hydrolysiert.

Vorbemerkung

Im Versuch wird Essigsäureethylester mit Hilfe von Natronlauge hydrolysiert. Als Indikator wird eine 0,1%ige Phenolphthaleinlösung verwendet. Anschließend erfolgt ein Acetationen- Nachweis durch Eisen(III)chlorid-Lösung.

Materialien

3 Reagenzgläser, Reagenzglasständer, Stopfen (für Reagenzgläser), Spatel, Becherglas (100 mL), Pipette

Chemikalien

Essigsäureethylester, Natronlauge, 0,1%ige Phenolphthaleinlösung, Natriumacetat, Eisen(III)chlorid, destilliertes Wasser

Gefahrstoffe

Gefahrstoff H-Sätze P-Sätze GHS-Piktogramme
Natronlauge 0,1 M H314 P280, P305+P351+P338, P310 GHS05
Essigsäureethylester H225, H319, H336, EUH066 GHS02 GHS07
Phenolphthaleinlösung < 1% in Ethanol-Wasser 1:1 H226 GHS02
Eisen(III)-chlorid-6-H2O H290, H302, H315, H318 P280, P305+P351+P338 GHS05 GHS07
Natriumacetat wasserfrei

Durchführung

Die Reagenzglaser werden wie folgt gefüllt:

Reagenzglas 1: 2 mL Natriumacetat-Lösung + 1 mL Eisen(III)chlorid-Lösung

Reagenzglas 2: 1 mL Essigsäureethylester + 2 mL destilliertes Wasser + 1 mL Eisen(III)chlorid-Lösung

Reagenzglas 3: 1 mL Essigsäureethylester + 2 mL destilliertes Wasser + 2-3 Tropfen 0,1%ige Phenolphthaleinlösung + einige Tropfen 0,1 M Natriumhydroxidlösung

Das Reagenzglas 3 wird nun mit einem Stopfen verschlossen und so lange geschüttelt, bis die violette Färbung verschwunden ist. Nun wird 1 mL Eisen(III)chlorid-Lösung hinzugegeben.

Beobachtung

Reagenzglas 1: Die farblose Natriumacetatlösung färbt sich nach Zugabe der hellgelben Eisen(III)chlorid-Lösung orange.

Reagenzglas 2: Nach Zugabe von Wasser bilden sich zwei farblose, klare Phasen. Wird die hellgelbe Eisen(III)chlorid-Lösung hinzugegeben, wird die untere Phase hellgelb.

Reagenzglas 3: Nach Zugabe der Natriumhydroxidlösung färbt sich die Lösung violett. Nach dem Schütteln ist die Flüssigkeit wieder farblos. Nach Zugabe der hellgelben Eisen(III)chlorid-Lösung entsteht eine orange-farbene Lösung.

Abbildungen

  • Abb. 1: Schrittweise Entfärbung beim Schütteln (Reagenzglas 3).
  • Abb. 2: Schrittweise Entfärbung beim Schütteln (Reagenzglas 3).
  • Abb. 3: Schrittweise Entfärbung beim Schütteln (Reagenzglas 3).
  • Abb. 4: Reagenzglas 1 (rechts), Reagenzglas 2 nach Zugabe der Eisen(III)chlorid-Lösung (links) und Reagenzglas 3 (Mitte).

Deutung

Reagenzglas 1) Die Eisen(III)chlorid-Lösung dient als Nachweis für Acetationen. Es bildet sich ein orange-roter Eisenacetatkomplex. In diesem Versuch handelt es sich dabei um eine positive Blindprobe.

Reagenzglas 2) Essigsäureethylester ist unpolar, sodass zwei Phasen entstehen. Die Eisen(III)chlorid-Lösung befindet sich in der wässrigen Phase. Der Nachweis für Acetationen ist negativ, da zudem auch keine Esterspaltung stattfindet.

Reagenzglas 3) Durch Zugabe von Natronlauge kommt es zur alkalischen Esterspaltung, bei der Acetationen entstehen, die durch die Eisen(III)chlorid-Lösung (orange-farbende Lösung) nachgewiesen werden können. Die alkalische Esterhydrolyse ist eine irreversible Reaktion, da auf das hier entstehende Acetation kein nucleophiler Angriff mehr erfolgen kann. Neben dem Acetation entsteht außerdem ein Alkohol (hier Ethanol).

C4H8O2(l) + NaOH(aq) → CH3COO-(aq) + C2H6O(aq) + Na+(aq)

Entsorgung

Die Lösungen werden in den Sammelbehälter für Schwermetallabfälle entsorgt.

Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse

Literatur

E. Irmer, R. Kleinhenn, et. al, Elemente Chemie 11/12, Klett-Verlag, Stuttgart, 2010, S.52.