Alkalische Esterhydrolyse
von Marie-Lena Gallikowski
Ziel des Versuchs Im Versuch wird Essigsäureethylester mit Hilfe von Natronlauge hydrolysiert.
Vorbemerkung
Materialien
Chemikalien
Gefahrstoffe
| Gefahrstoff | H-Sätze | P-Sätze | GHS-Piktogramme |
|---|---|---|---|
| Natronlauge 0,1 M | H314 | P280, P305+P351+P338, P310 |
|
| Essigsäureethylester | H225, H319, H336, EUH066 | – |
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| Phenolphthaleinlösung < 1% in Ethanol-Wasser 1:1 | H226 | – |
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| Eisen(III)-chlorid-6-H2O | H290, H302, H315, H318 | P280, P305+P351+P338 |
|
| Natriumacetat wasserfrei | – | – | – |
Durchführung
Die Reagenzglaser werden wie folgt gefüllt:
Reagenzglas 1: 2 mL Natriumacetat-Lösung + 1 mL Eisen(III)chlorid-Lösung
Reagenzglas 2: 1 mL Essigsäureethylester + 2 mL destilliertes Wasser + 1 mL Eisen(III)chlorid-Lösung
Reagenzglas 3: 1 mL Essigsäureethylester + 2 mL destilliertes Wasser + 2-3 Tropfen 0,1%ige Phenolphthaleinlösung + einige Tropfen 0,1 M Natriumhydroxidlösung
Das Reagenzglas 3 wird nun mit einem Stopfen verschlossen und so lange geschüttelt, bis die violette Färbung verschwunden ist. Nun wird 1 mL Eisen(III)chlorid-Lösung hinzugegeben.
Beobachtung
Reagenzglas 1: Die farblose Natriumacetatlösung färbt sich nach Zugabe der hellgelben Eisen(III)chlorid-Lösung orange.
Reagenzglas 2: Nach Zugabe von Wasser bilden sich zwei farblose, klare Phasen. Wird die hellgelbe Eisen(III)chlorid-Lösung hinzugegeben, wird die untere Phase hellgelb.
Reagenzglas 3: Nach Zugabe der Natriumhydroxidlösung färbt sich die Lösung violett. Nach dem Schütteln ist die Flüssigkeit wieder farblos. Nach Zugabe der hellgelben Eisen(III)chlorid-Lösung entsteht eine orange-farbene Lösung.
Abbildungen
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Abb. 1: Schrittweise Entfärbung beim Schütteln (Reagenzglas 3). -
Abb. 2: Schrittweise Entfärbung beim Schütteln (Reagenzglas 3). -
Abb. 3: Schrittweise Entfärbung beim Schütteln (Reagenzglas 3). -
Abb. 4: Reagenzglas 1 (rechts), Reagenzglas 2 nach Zugabe der Eisen(III)chlorid-Lösung (links) und Reagenzglas 3 (Mitte).
Deutung
Reagenzglas 1) Die Eisen(III)chlorid-Lösung dient als Nachweis für Acetationen. Es bildet sich ein orange-roter Eisenacetatkomplex. In diesem Versuch handelt es sich dabei um eine positive Blindprobe.
Reagenzglas 2) Essigsäureethylester ist unpolar, sodass zwei Phasen entstehen. Die Eisen(III)chlorid-Lösung befindet sich in der wässrigen Phase. Der Nachweis für Acetationen ist negativ, da zudem auch keine Esterspaltung stattfindet.
Reagenzglas 3) Durch Zugabe von Natronlauge kommt es zur alkalischen Esterspaltung, bei der Acetationen entstehen, die durch die Eisen(III)chlorid-Lösung (orange-farbende Lösung) nachgewiesen werden können. Die alkalische Esterhydrolyse ist eine irreversible Reaktion, da auf das hier entstehende Acetation kein nucleophiler Angriff mehr erfolgen kann. Neben dem Acetation entsteht außerdem ein Alkohol (hier Ethanol).
C4H8O2(l) + NaOH(aq) → CH3COO-(aq) + C2H6O(aq) + Na+(aq)