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Ziel des Versuchs Der Versuch stellt eine Elektronenübertragungsreaktion dar, an welcher kein Sauerstoff beteiligt ist. Zur Erklärung des Experiments wird an Vorwissen der SuS der erweiterte Redoxbegriff benötigt.

Vorbemerkung

Der Versuch führt den SuS vor Augen, dass sich nicht jedes Metall von jeder Metallsalz-Lösung oxidieren lässt, sondern dass es viel mehr eine experimentell zu ermittelnde Gesetzmäßigkeit dahintersteckt. An Vorwissen benötigen die SuS die Definition des erweiterten Redoxbegriffs.

Materialien

16 Bechergläser (50 mL)/16 Reagenzgläser

Chemikalien

je vier Zink-, Eisen-, Kupfer-, Silberbleche, Zinksulfat-Heptahydrat, Eisensulfat-Heptahydrat, Kupfersulfat-Pentahydrat, Silbernitrat

Gefahrstoffe

Gefahrstoff H-Sätze P-Sätze GHS-Piktogramme
Zink gekörnt H260, H250, H410 GHS02 GHS09
Eisen Pulver H228 P280 GHS02
Kupfer
Silber Wolle
Zinksulfat-7-H2O H302, H318, H410 GHS05 GHS07 GHS09
Kupfer(II)-sulfat-Lösung 0,1 M H410 P273, P501
Silbernitratlösung 0,1 M H315, H319, H410 P273, P305+P351+P338, P501 GHS07 GHS09

Durchführung

In je vier Bechergläser wird Zinksulfat-, Eisensulfat-, Kupfersulfat- bzw. Silbernitratlösung gefüllt. Die Metallbleche werden so auf die Bechergläser verteilt, dass jedes Metall mit jeder Metallionen-Lösung einmal kombiniert wird.

Beobachtung

Von links nach rechts sind die Bechergläser jeweils mit Silbernitrat-Lösung, Kupfersulfat-Pentahydrat-Lösung, Eisensulfat-Heptahydrat-Lösung und Zinksulfat-Heptahydrat-Lösung befüllt.

Abbildung 1 entsprechend ist keine Veränderung an den Silberelektroden sichtbar. Auf dem Kupferblech, welches in die Silbernitrat-Lösung gestellt ist, ist ein gräulich-schwarzer Überzug sichtbar (Abb. 2). Ebenso ist auf dem Eisennagel, welcher sich in der Kupfersulfat-Lösung befindet, ein rötlicher Überzug zu erkennen (Abb. 3). Auf den Zinkblechen in Silbernitrat- und Kupfersulfat-Lösung bildet sich jeweils ein schwarzer Überzug (Abb. 4). Alle anderen Kombinationen lassen keine Reaktion erkennen.

Abbildungen

  • Abb. 1: Silberelektroden in den entsprechenden Lösungen (s.o.).
  • Abb. 2: Kupferbleche in den entsprechenden Lösungen (s.o).
  • Abb. 3: Eisennägel in den entsprechenden Lösungen (s.o).
  • Abb. 4: Zinkbleche in den entsprechenden Lösungen (s.o).

Deutung

Bei dem Überzug auf dem Kupferblech in Silbernitrat-Lösung handelt es sich um elementares Silber. Dass dieses sich nicht glänzend abscheidet, liegt daran, dass fein verteilte Metalle schwarz sind. An dem Eisennagel in Kupfersulfat-Lösung scheidet sich elementares Kupfer ab. Die Überzüge der Zinkbleche sind dementsprechend ebenso Silber bzw. Kupfer.

Die SuS sollen mithilfe dieses Versuches eine Redoxreihe der Metalle aufstellen. Zu erwarten wären folgende Ergebnisse gewesen:

Zink Eisen Kupfer Silber
Zinksulfat-Lösung - - - -
Eisensulfat-Lösung + - - -
Kupfersulfat-Lösung + + - -
Silbernitrat-Lösung + + + -

Zink-Atome können in allen Fällen Elektronen abgeben - außer in der Zinkionen-Lösung bzw. ist dort keine Reaktion sichtbar (siehe Reaktionsgleichung). Zink ist in dieser Reihe das unedelste Metall, es gibt am leichtesten Elektronen an Elektronenakzeptoren ab. Die ausbleibende Reaktion mit der Eisensulfat-Lösung liegt evtl. an einer nicht lange genug anhaltenden Wartezeit oder bereits einem Altern der Eisensulfat-Lösung.

Reduktion: Zn2+ + 2e → Zn

Oxidation: Zn → Zn2+ + 2e

Redoxreaktion: Zn2+(aq) + Zn(s) → Zn2+(aq) + Zn(s)


Reduktion: Fe2+ + 2e− → Fe

Oxidation: Zn → Zn2+ + 2e

Redoxreaktion: Fe2+(aq) + Zn → Fe(s) + Zn2+(aq)


Reduktion: Cu2+ + 2e → Cu

Oxidation: Zn → Zn2+ + 2e

Redoxreaktion: Cu2+(aq) + Zn → Cu(s) + Zn2+(aq)


Reduktion: Ag+ + e- → Ag |·2

Oxidation: Zn → Zn2+ + 2e

Redoxreaktion: 2Ag+(aq) + Zn(s) → Zn2+(aq) + 2Ag(s)


Eisen-Atome sollten Elektronen an Kupfer- bzw. Silberionen abgeben. Die ausbleibende Reaktion mit der Silbernitrat-Lösung liegt evtl. am nicht ausreichenden Schmirgeln des Eisen-Nagels.

Es zeigt sich, dass Eisen ebenfalls sehr unedel, jedoch nicht unedler als Zink ist, da dieses Elektronen an die Eisenionen abgibt.

Reduktion: Fe2+ + 2e → Fe

Oxidation: Fe → Fe2+ + 2e

Redoxreaktion: Fe2+(aq) + Fe(s) → Fe2+(aq) + Fe(s)


Reduktion: Cu2+ + 2e → Cu

Oxidation: Fe → Fe2+ + 2e

Redoxreaktion: Cu2+(aq) + Fe → Cu(s) + Fe2+(aq)


Reduktion: Ag+ + e- → Ag |·2

Oxidation: Fe → Fe2+ + 2e

Redoxreaktion: 2Ag+(aq) + Fe(s) → Fe2+(aq) + 2Ag(s)


Kupfer-Atome geben ihre Elektronen lediglich an die Silberionen ab. Somit ist Kupfer edler als Zink und Eisen.

Reduktion: Cu2+ + 2e → Cu

Oxidation: Cu → Cu2+ + 2e

Redoxreaktion: Cu2+(aq) + Cu (s) → Cu2+(aq) + Cu (s)


Reduktion: Ag+ + e- → Ag |·2

Oxidation: Cu → Cu2+ + 2e

Redoxreaktion: 2Ag+(aq) + Cu(s) → Cu2+(aq) + 2Ag(s)


Silber ist hier das edelste Metall, denn es reagiert mit keiner der Metallionen-Lösungen.

Reduktion: Ag+ + e- → Ag

Oxidation: Ag → Ag+ + e-

Redoxreaktion: Ag+(aq) + Ag(s) → Ag+(aq) + Ag(s)


Es ergibt sich also eine Reihe der betrachteten Metalle von unedel zu edel über Zink, Eisen, Kupfer und Silber.

Entsorgung

Die Lösungen sind im Schwermetall-Abfall zu entsorgen.

Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse

Wenn der Versuch keine eindeutigen Ergebnisse liefert bzw. ebenso wie hier einige Reaktionen nicht ablaufen, sollte eine Fehleranalyse durchgeführt werden. Ergänzt werden kann dies um Videos und Bilder, die eine unverkennbare Reaktion dokumentieren.

Literatur

[4] Uni Göttingen, Praktikumsskript zum Anorganisch-Chemischen Praktikum für Lehramtskandidaten, 2013, S. 72.