Zum Inhalt springen

Ziel des Versuchs In diesem Versuch wird Rotkohlindikator hergestellt und anschließend diverse Haushaltsgegenstände auf ihren pH-Wert untersucht.

Vorbemerkung

In diesem Versuch lernen die SuS Rotkohl als Universalindikator kennen. Die Grundbegriffe der Säure-Base-Chemie sollten den SuS geläufig sein. Der Begriff eines Indikators muss nicht zwingend bekannt sein, insofern dieser Versuch die SuS an den Begriff des Indikators heranführen soll.

Materialien

Reagenzglasständer, Reagenzgläser, Messer, Schneidebrett, Heizplatte, 500 ml Becherglas, Trichter, Filterpapier,

Chemikalien

Wasser, Rotkohl, Salzsäure (0,1 m), Natronlauge (0,1 m), Haushaltsessig, Natron, Kernseife, Alkohol, Rohrreiniger

Gefahrstoffe

Gefahrstoff H-Sätze P-Sätze GHS-Piktogramme
Salzsäure 0,1 M H290 GHS05
Natronlauge 0,1 M H314 P280, P305+P351+P338, P310 GHS05
Essigsäure H314 P280, P301+P330+P331, P305+P351+P338, P309+P310 GHS05
Natriumhydrogencarbonat
Ethanol H225, H319 P210, P240, P305+P351+P338, P403+P233 GHS02 GHS07

Durchführung

Der Rotkohl wird in kleinere Blätter geschnitten und anschließend in ein 500 ml Becherglas gegeben. Dieses wird mit 200 mL Wasser aufgefüllt und kurz aufgekocht. Anschließend wird die gekochte Rotkohl-Lösung filtriert. Nachdem die Lösung abgekühlt ist, werden jeweils 1 mL in Reagenzgläser gefüllt und mit 1 mL Wasser verdünnt. (Die Lösung sollte nicht zu stark konzentriert sein, sodass durch die Lösung hindurchgeschaut werden kann.) Anschließend können diverse Haushaltssubstanzen in die Reagenzgläser gefüllt werden und die Farben der Lösung beobachtet werden. Mit einem pH-Meter werden anschließend die pH-Werte der einzelnen Lösungen ermittelt.

Beobachtung

Der Rotkohlsaft in den einzelnen Reagenzgläsern verfärbt sich. Die Farben mit den dazugehörigen Substanzen und pH-Werten sind in nachstehender Tabelle aufgelistet.

Tabelle 1: Farbumschläge nach Zugabe der Haushaltssubstanzen.

Substanz Farbe  pH-Wert
Salzsäure rot 1,61
Haushaltsessig Hellrot 3,03
Kernseife in Alkohol Violett 5,92
Kernseife in Wasser Violett 6,32
Natron Blau 8,06
Natronlauge Grün 11,09
Rohrreiniger Gelb 11,60

Abbildungen

  • Abb. 1: Farborgel des Rotkohlindikators. Die Reihenfolge von links nach rechts entspricht den Substanzen aus Tabelle 1 von oben nach unten.
  • Abb. 2: Struktur des Cyanidins in verschiedenen pH-Bereichen.

Deutung

Die einzelnen Farben der Lösungen gehen vom Farbstoff des Rotkohlsaftes aus. Bei dem Farbstoff handelt es sich um Cyanidin, welcher zur Klasse der Anthocyane gehört. Die Farbe ergibt sich aus der Anregung von Elektronen des π-Elektronensystems der Verbindung und deren zurückfallen auf ihr ursprüngliches Energieniveau. Beim Zurückfallen emittieren sie Licht, welches der Energie ihrer Anregung entsprach. Durch die Protonierung bzw. Deprotonierung vergrößert bzw. verkleinert sich das π-Elektronensystem. Somit werden die Elektronen auf andere Energieniveaus angehoben und durch das zurückfallen werden andere Farben emittiert.

In Abbildung 2 ist die Verbindung des Cyanidins abgebildet.

Da das Thema der π-Elektronen erst in der Oberstufe behandelt wird, kann hier didaktisch Reduziert werden. Somit sollen die SuS den Rotkohlsaft als Universalindikator beschreiben, welcher bei unterschiedlichen pH-Werten unterschiedliche Farben anzeigt.

Entsorgung

Die Lösungen werden im Abfallbehälter für Säure-Base entsorgt.

Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse

Der Versuch eignet sich um den SuS die Funktionsweise eines Indikators näherzubringen. Des Weiteren eignet sich der Versuch als Einstieg in das Thema der Säure-Base-Chemie, da die SuS verschiedene Haushaltsgegenstände untersuchen und diese anschließend beispielsweise nach sauer, alkalisch und neutral einzuordnen.

Literatur

Der Versuch eignet sich um den SuS die Funktionsweise eines Indikators näherzubringen. Des Weiteren eignet sich der Versuch als Einstieg in das Thema der Säure-Base-Chemie, da die SuS verschiedene Haushaltsgegenstände untersuchen und diese anschließend beispielsweise nach sauer, alkalisch und neutral einzuordnen.