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Ziel des Versuchs In diesem Versuch wird der Indikator Phenolphtalein synthetisiert und im Anschluss der Farbumschlag des Indikators im alkalischen Milieu beobachtet.

Vorbemerkung

In diesem Versuch wird der Indikator Phenolphthalein synthetisiert und im Anschluss der Farbumschlag des Indikators im alkalischen Milieu beobachtet. Die SuS sollten bereits Kenntnisse über den pH-abhängigen Farbumschlag von Indikatoren haben.

Materialien

3 Reagenzgläser mit Ständer und Stopfen, Trichter mit Filterpapier, Gasbrenner, Messpipette, Spatel

Chemikalien

Phenol, Phthalsäureanhydrid, konz. Schwefelsäure, Methanol, verd. Natronlauge (c = 2 mol/L), verd. Salzsäure (c = 2 mol/L)

Gefahrstoffe

Gefahrstoff H-Sätze P-Sätze GHS-Piktogramme
Phenol H341, H331, H311, H301, H373, H314 GHS06 GHS08 GHS05
Phthalsäureanhydrid H302, H335, H315, H318, H334, H317 GHS08 GHS05 GHS07
Methanol H225, H331, H311, H301, H370 GHS02 GHS06 GHS08
Schwefelsäure konz. H314 GHS05
Natronlauge 1 M H314 P280, P301+P330+P331, P305+P351+P338, P309+P310 GHS05
Salzsäure 1 M H290, H315, H319, H335 P261, P305+P351+P338 GHS05 GHS07
Phenolphthalein H350, H341, H361F GHS08

Durchführung

Achtung: Es handelt sich um einen Versuch mit drei in der Stoffliste der DGUV gelisteten Verbindungen, die eine besondere Ersatzstoffprüfung verlangen und im Fall des Phenols einem Tätigkeitsverbot für werdende Mütter unterliegen. Vor Beginn prüfen! Das entstehende Phenolphthalein unterliegt einem generellen Tätigkeitsverbot für Schüler.

In ein Reagenzglas wird etwa 1 cm hoch Phenol gegeben und geschmolzen (Schmelztemp. 40,8 °C). Danach wird die Schmelze mit einer Spatelspitze Phtalsäureanhidrid und 2 Tropfen konz. Schwerfelsäure versetzt. Diese Mischung wird ca. 20 s sehr vorsichtig in der Brennerflamme erhitzt bis eine rote Schmelze entsteht. Nach dem Erkalten werden ca. 5 mL Methanol dazugegeben und geschüttelt. Die Lösung wird abfiltriert und einige Tropfen werden davon in ein Reagenzglas mit verdünnter Natronlauge gegeben. In dieselbe Probe wird jetzt verdünnte Salzsäure gegeben.

Beobachtung

Es bildet sich eine rote Schmelze. Gelöst im Methanol entsteht eine bräunliche Färbung. Die Lösung der verd. Natronlauge färbt sich nach Zugabe einiger Tropfen der hergestellten Lösung pink. Nach Zugabe von verdünnten Salzsäure wird die Lösung farblos.

Deutung

Im sauren Milieu wird durch zwei elektrophile Substitutionsreaktionen aus Phtalsäureanhydrid und Phenol unter Abspaltung von Wasser Phenolphtalein synthetisiert. Dabei laufen zwei Friedel-Crafts-Acylierungen ab.

m Bereich von pH 0 – 8,2 ist Phenolphthalein farblos. Im alkalischen Milieu ändert sich die Struktur und das Molekül erscheint pink.

Entsorgung

Die Indikatorlösungen werden im Ausguss entsorgt.

Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse

Der Versuch kann eingesetzt werden um den Reaktionsmechanismus der elektrophilen Substitution an einem Beispiel zu verdeutlichen. Zudem kann anhand der unterschiedlichen Molekülstrukturen des Phenolphthaleins im Sauren und im Basischen den Einfluss des konjugierten Doppelbindungssystem auf die Farbigkeit der Substanz verdeutlicht werden.

Hinweis: krebserregende Wirkung, Tätigkeitsverbot für Schüler

Literatur

Göttinger Experimentallabor für junge Leute e.V., Skript: Farbstoffe und Färben. S. 15