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Katalytische Zersetzung von Wasserstoffperoxid durch Braunstein

von Marie-Lena Gallikowski

Ziel des Versuchs Mit diesem Versuch kann die Zersetzung von Wasserstoffperoxid mit Hilfevon Braunstein gezeigt werden.

Vorbemerkung

In diesem Versuch soll eine 5%ige Wasserstoffperoxidlösung mit Hilfe eines Katalysators (Braunstein) zersetzt werden. Hierbei kommt es neben einer Wärmeentwicklung auch zu einer Gasentwicklung. Das Gas kann mit der Glimmspanprobe identifiziert werden. Da Wasserstoffperoxid stark oxidierend und ätzend wirkt, sollte darauf geachtet werden, dass die SuS die Sicherheitsregeln einhalten (Handschuhe). Es kann gegebenenfalls auf eine höher konzentriertere Wasserstoffperoxidlösung ( z.B. w = 10 %) zurückgegriffen werden, um die Effektstärke zu erhöhen.

Materialien

Reagenzglasständer, zwei Reagenzgläser, Holzspan, Spatel, Einmalhandschuhe, Tropfpipette

Chemikalien

Wasserstoffperoxid (w = 5%), Mangandioxid (Braunstein)

Gefahrstoffe

Gefahrstoff H-Sätze P-Sätze GHS-Piktogramme
Wasserstoffperoxid 30% H302, H318 P280, P305+P351+P338 GHS05 GHS07
Mangandioxid H332, H302 GHS07

Durchführung

ACHTUNG: Wasserstoffperoxid darf nicht mit der Haut in Berührung kommen. Es sollten Handschuhe getragen werden!

Die beiden Reagenzgläser werden mit Hilfe einer Tropfpipette circa 2-3 cm hoch mit 5%iger Wasserstoffperoxidlösung gefüllt. In eines der beiden Reagenzgläser wird eine Spatelspitze Mangandioxid hinzugegeben. Die Glimmspanprobe wird in beiden Reagenzgläsern durchgeführt.

Beobachtung

Bei Zugabe des Mangandioxids kommt es zu einer Gasentwicklung. Der Glimmspan glüht auf. Das Reagenzglas wird warm. Beim Reagenzglas, welches nur die Wasserstoffperoxidlösung beinhaltet, sind kleine Bläschen am Reagenzglasrand zu erkennen. Der Glimmspan glüht nicht auf.

Abbildungen

  • Abb. 1: Reagenzglas mit Wasserstoffperoxidlösung und Mangandioxid mit positiver Glimmspanprobe

Deutung

Wasserstoffperoxid zerfällt bei Raumtemperatur nur sehr langsam zu Sauerstoff und Wasser (Reagenzglas 1). Die exotherme Zerfallsreaktion wird durch das Mangandioxid katalysiert (Reagenzglas 2). Es kann lediglich im zweiten Reagenzglas der freigesetzte Sauerstoff nachgewiesen werden, da bei der nicht katalysierten Reaktion (Reagenzglas 1) zu wenig Sauerstoff entsteht. Die katalysierte Reaktion verläuft wie folgt:

2 H2O2 (aq) → O2 (g) + 2 H2O(l)

Entsorgung

Das Reaktionsprodukt wird im Schwermetallsammelbehälter entsorgt.

Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse

Im Anschluss an den Versuch kann das Reagenzglas, welches nur die Wasserstoffperoxidlösung enthält, vorsichtig mit dem Bunsenbrenner erwärmt werden. Durch die hinzugeführte Energie verläuft die Zerfallsreaktion des Wasserstoffperoxids schneller, ohne dass ein Katalysator eingesetzt werden muss. Eine Glimmspanprobe wäre in diesem Fall auch ohne Katalysator positiv. In diesem Kontext können der Zusammenhang von Aktivierungsenergie und Katalysator passend thematisiert werden.

Literatur

H. Schmidkunz, Chemische Freihandversuche – Band 1, Aulis, 2011, S. 116.