Zum Inhalt springen

Ziel des Versuchs Ein Abgasfilter wird schematisch durch Lösungen mit Indikatoren in Waschflaschen dargestellt.

Vorbemerkung

Die SuS erkennen anhand dieses Versuches die Bedeutung von Abgasfiltern in Automobilen, um die Umweltverschmutzung des Sauren Regens präventiv zu unterbinden. Dafür sollte den SuS bereits bekannt sein, dass es sich bei Saurem Regen um schweflige Säure handelt.

Materialien

Abdampfschale, Trichter, Schlauchmaterial, 3 Gaswaschflaschen, Gasbrenner, Stativmaterialien

Chemikalien

dest. Wasser, Kalkwasser, Universalindikator, Schwefel

Gefahrstoffe

Gefahrstoff H-Sätze P-Sätze GHS-Piktogramme
Schwefel Blüte H315 GHS07
Kalkwasser Lösung H318 P280, P305+P351+P338, P309+P310 GHS05
Universalindikator 0-14
Schwefeldioxid H331, H314 GHS04 GHS06 GHS05
Schwefelsäure konz. H314 GHS05

Durchführung

In die Abdampfschale werden etwa 20 g Schwefel gegeben. Der Trichter wird etwa 15 cm über der Abdampfschale eingespannt. Es werden drei Waschflaschen hintereinander geschaltet: In die erste Waschflasche wird mit Universalindikator versetztes Wasser gegeben. In die zweite Waschflasche Kalkwasser, ebenfalls mit Universalindikator versetzt. Die dritte Waschflasche wird wie die erste befüllt. Der Trichter wird mit dem Einleitungsrohr der ersten Waschflasche über einen Schlauch verbunden.

Der Schwefel wird mit Hilfe des Gasbrenners entzündet, die Wasserstrahlpumpe wird aufgedreht.

Beobachtung

Es ist eine grüne Flamme und Rauchentwicklung zu beobachten. Die Lösung in der ersten Waschflasche färbt sich von gelb zu rot, die Lösung in der zweiten Waschflasche von blau zu grün. Die Lösung in der dritten Waschflasche verändert sich nicht.

Abbildungen

  • Abb. 1: Versuchsaufbau zur Einführung von Abgasfiltern.

Deutung

Der Schwefel verbrennt zu Schwefeldioxid mit folgender Reaktionsgleichung:

S(s) + O2 (g) → SO2 (g)

Durch die entstehende Sogwirkung wird das Schwefeldioxidgas in die Apparatur gesogen. In der ersten Waschflasche löst sich das Gas:

SO2 (g) + H2O(l) → H2SO3 (aq)

Die durch Dissoziation vorliegenden H+-Ionen reagieren mit dem Indikator und führen zu dessen Verfärbung:

H+(aq) + Ind-(aq) (gelb) → HInd(aq) (rot)

Überschüssiges Schwefeldioxidgas strömt in die zweite Waschflasche und reagiert mit den Calciumionen zu Calciumhydrogensulfit oder Calciumsulfit:

SO2 (g) + 2 OH-(aq) → H2O(l) + SO32-(aq)

SO2 (g) + OH-(aq) → HSO3-(aq)

Die Konzentration an OH--Ionen nimmt durch diese Reaktion ab. Somit färbt sich der Indikator bei Erreichen des Neutralbereichs grün. In den ersten beiden Waschflaschen wird so viel Schwefeldioxid in Reaktionen umgesetzt, dass keine Moleküle für Reaktionen in der dritten Waschflasche zur Verfügung stehen.

Entsorgung

Keine spezifische Entsorgung benötigt.

Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse

Dieser Versuch kann durchgeführt werden, wenn die Verbrennung von Nichtmetallen thematisiert wird. Dabei kann die Umweltproblematik der Autoabgase problemorientiert behandelt werden.

Literatur

K. Freytag/V. Scharf, et al., Handbuch des Chemieunterrichts Sekundarbereich Band 4/I: Säuren – Basen/Laugen, 2008, S.39