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Ziel des Versuchs In diesem Versuch werden Fruchtsäureester aus verschiedenen Alkoholen und Carbonsäuren synthetisiert. Er zeigt damit die saure Veresterung. Zudem verdeutlicht er die polaren Eigenschaften von Estern.

Vorbemerkung

In diesem Versuch werden aus verschiedenen Alkanolen und Carbonsäuren Fruchtester herge- stellt. Dazu sollten die SuS die Molekülstrukturen von Alkanolen und Carbonsäuren kennen. Die Veresterung kann anhand dieses Versuches erarbeitet werden. Die SuS sollten das Prinzip von Le Chatelier kennen.

Materialien

Reagenzgläser, Reagenzglasklammer, Bunsenbrenner, Becherglas

Chemikalien

Ethanol, Butanol, Pentanol, Essigsäure, Ameisensäure, Natriumsulfat, Wasser

Gefahrstoffe

Gefahrstoff H-Sätze P-Sätze GHS-Piktogramme
Ethanol H225, H319 P210, P240, P305+P351+P338, P403+P233 GHS02 GHS07
1-Butanol H226, H302, H335, H315, H318, H336 GHS02 GHS05 GHS07
1-Pentanol H226, H332, H335, EUH066 GHS02 GHS07
Essigsäure H314 P280, P301+P330+P331, P305+P351+P338, P309+P310 GHS05
1-Octanol H315, H319 P305+P351+P338 GHS07
Natriumsulfat wasserfrei
Essigsäure-n-butylester H226, H336, EUH066 GHS02 GHS07
Essigsäureamylester H226, EUH066 GHS02

Durchführung

3 mL eines Alkohols werden mit 3 mL einer Carbonsäure in ein Reagenzglas gemischt und mit einem Spatel Natriumsulfat versetzt. Das Gemisch wird in der Bunsenbrennerflamme erhitzt, ohne dass es kocht.

Nach dem Abkühlen der Lösung wird sie in ein Becherglas überführt, das zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Eine Geruchsprobe wird genommen und die Lösung im Becherglas beobachtet.

Beobachtung

Auf der Wasseroberfläche bildet sich eine ölige Phase. Je nach eingesetzten Alkoholen und Carbonsäuren ist ein charakteristischer Geruch wahrnehmbar. Es ergeben sich folgende Gerüche:

Carbonsäure Alkohol Geruch Ester
Essigsäure 1-Octanol Spülmittel Essigäsureoctylester
Essigsäure 1-Butanol Apfel Essigsäurebutylester
Essigsäure 1-Pentanol Birne Essigsäurepentylester
Propansäure Ethanol „Gletscher-Eis- Bonbon“ Propansäureethylester

Abbildungen

  • Abb. 1: Mechanismus der Veresterung
  • Abb. 2: Skizze der Versuchsdurchführung

Deutung

Bei dem Versuch entstehen aus Carbonsäuren und Alkoholen nach dem Mechanismus in Abbildung 1 Ester.

Ester sind hydrophob und bilden daher zusammen mit Wasser zwei Pha- sen. Das Natriumsulfat wird hinzugesetzt, um Wasser zu binden, das bei der Reaktion entsteht. Dadurch wird diese Gleichgewichtsreaktion nach dem Prinzip von Le Chatelier weiter auf Seiten der Produkte verschoben

Entsorgung

Alle Lösungen werden neutralisiert und im Abfall für organische Abfälle entsorgt.

Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse

Der Versuch ist geeignet, um die Veresterung zu erarbeiten. Durch den charakteristischen Geruch der Fruchtester werden die SuS motiviert herauszufinden, welche Reaktion der Edukte zugrunde liegt. Gleichzeigtig zeigt der Versuch eine Stoffeigenschaft von Estern: ihren hydrophoben Charakter.

Der Versuch funktioniert auch mit anderen Carbonsäuren und Alkoholen. Zudem kann der Versuch auch ohne Natriumsulfat durchgeführt werden. Der charakteristische Geruch ist ohne Natriumsulfat aber weniger deutlich. Falls das Prinzip von Le Chatelier den SuS nicht bekannt ist, bietet es sich an, auf den Zusatz von Natriumsulfat zu verzichten.

Literatur

[1] K. Häußler, H. Rampf, R. Reichelt, Experimente für den Chemieunterricht – mit einer Einführung in die Labortechnik, Oldenbourg, 2. Auflage, 1995, S. 127f.