Das durstige Gas
von Benjamin Heuer
Ziel des Versuchs In diesem Versuch wird konzentrierte Salzsäure zum Sieden gebracht und anschließend in mit Indikator versetztem Wasser gelöst.
Vorbemerkung
In diesem Versuch wird konzentrierte Salzsäure zum Sieden gebracht und anschließend in mit Indikator versetztem Wasser gelöst. Als Vorkenntnisse müssen die SuS wissen, wie Indikatoren funktionieren und im Speziellen, was unter einem Universalindikator zu verstehen ist.
Materialien
Duran-Reagenzglas, durchbohrter Gummistopfen, Glasdüse, Reagenzglasklammer, Bunsenbrenner, 500 mL Becherglas, Pipette
Chemikalien
Konzentrierte Salzsäure, Universalindikator
Gefahrstoffe
| Gefahrstoff | H-Sätze | P-Sätze | GHS-Piktogramme |
|---|---|---|---|
| Salzsäure konz. | H314, H335 | – |
|
| Universalindikator 0-14 | – | – | – |
Durchführung
Im Becherglas werden etwa 300 mL Universalindikatorlösung vorgegeben. Die Glasdüse wird durch den einfach durchbohrten Gummistopfen gesteckt, sodass die Spitze in Richtung des sich verjüngenden Endes zeigt. Der Stopfen wird auf das Reagenzglas gesetzt. Anschließend wird in das Reagenzglas ca. 2 cm hoch Salzsäure gegeben. Dabei ist darauf zu achten, dass die Spitze beim umgedrehten Reagenzglas nicht von der Flüssigkeit bedeckt ist. Die Salzsäure wird vorsichtig über dem Bunsenbrenner erhitzt, bis eine deutliche Gasentwicklung zu erkennen ist. Anschließend wird das Reagenzglas umgedreht und in die Indikatorlösung im Becherglas eingetaucht.
Beobachtung
Die gelb-grüne Indikatorlösung steigt durch die Glasdüse in das Reagenzglas und befüllt dieses. Die Indikatorlösung färbt sich rot.
Abbildungen
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Abb. 1: durch den Unterdruck ins Reagenzglas gestiegenes, rot gefärbtes Wasser
Deutung
Durch das Erhitzen der Salzsäure wird das Gas Chlorwasserstoff freigesetzt. Dieses löst sich sehr gut in Wasser (825 g in 1 L Wasser). Dadurch entsteht im Reagenzglas ein Unterdruck, welcher das Aufsteigen der Flüssigkeit bewirkt. Die dabei frei werdenden Wasserstoffionen säuern das Wasser an, welches sich daraufhin rot färbt.
Entsorgung
Die Entsorgung der Lösungen erfolgt im Säure-Base-Behälter.
Anmerkungen & Unterrichtsanschlüsse
Dieser Versuch zeigt, wie Chlorwasserstoff mit Wasser reagiert. Dadurch kann neben der Reaktion einer Säure mit einem Nichtmetall noch auf die Löslichkeit von Stoffen eingegangen werden. Alternativ könnte dieser Versuch mit Ammoniakwasser statt mit Salzsäure erfolgen. In diesem Fall würde sich der entweichende Ammoniak im Wasser lösen und so das Aufsteigen der Lösung bewirken. Dieses Experiment könnte die Frage aufwerfen, ob das Wasser vielleicht durch die Erwärmung der Luft in das Reagenzglas gezogen wurde und nicht durch den Chlorwasserstoff. Sollte diese Frage auftreten, so kann der Versuch mit Wasser / Wasserdampf durchgeführt werden, um diese Ursache auszuschließen. Der Chlorwasserstoff könnte auch mit pH-Papier nachgewiesen werden
Literatur
H. Schmidkunz, Chemische Freihandversuche – Band 1, Aulis, 2011, S. 245.